Warum diese Strecke
Keine andere Fahrt packt so viel Dolomiten in so wenige Kilometer. Jeder Pass sieht anders aus: grün und sanft am Campolongo, weit und offen am Pordoi mit dem Marmolada-Gletscher gegenüber, rau und felsig am Sellajoch mit dem Langkofel direkt neben der Straße, und steile helle Wände am Grödner Joch. Wir fahren die Runde gegen den Uhrzeigersinn ab Corvara: So liegen die beiden höchsten Pässe in der Mitte des Tages, und am Schluss geht es hinunter ins Gadertal. Kolfuschg liegt direkt oberhalb von Corvara, die Runde ist also geschlossen: Das ist ein Rundkurs, keine Strecke von A nach B.
Die Route
- ACorvara in Badia
Start in Corvara, dem Hauptort von Alta Badia, direkt unter der Nordostseite der Sella. Fahr nach Süden Richtung Arabba.
- 1Passo Campolongo
Der niedrigste und sanfteste der vier Pässe, 1.875 m, mit Wiesen und Liften. Kurz hinauf, kurz hinunter.
- 2Arabba
Ein kleines Dorf am Fuß des Pordoi, darüber die Südseite der Sella. Von hier steigt die Straße in einer langen Kehrenreihe nach Westen.
- 3Passo Pordoi
Mit etwa 2.240 m der höchste Punkt der Runde. Im Süden gegenüber liegt der Marmolada-Gletscher, die Seilbahn auf den Sass Pordoi fährt fast auf 3.000 m.
- 4Passo Sella
Hinunter zur Kreuzung am Lupo Bianco und wieder hinauf. Das Sellajoch ist der wildeste der vier Pässe, der Langkofel ragt direkt neben der Straße auf.
- 5Passo Gardena
Von der Grödner Seite fährst du unter den steilen Nordwänden der Sella und den zackigen Cirspitzen hinauf auf 2.121 m.
- BColfosco
Die Abfahrt endet in Kolfuschg, ein paar Minuten oberhalb von Corvara, wo du gestartet bist.
Stopps, die sich lohnen
Parken und ein paar Minuten den Hang hinauf, dort hast du den Blick auf die Marmolada. Ist der Gipfel frei, lohnt die Seilbahn auf den Sass Pordoi.
Kurz vor der Passhöhe anhalten und den Langkofel anschauen, er füllt den ganzen Himmel. Gut für einen kurzen Spaziergang über die Wiesen.
Oben auf einen Kaffee halten, mit Blick zurück ins Grödnertal und voraus ins Gadertal.
Licht und die beste Zeit
Fahr gegen halb neun in Corvara los. Die Morgensonne kommt aus Südosten, auf dem Weg zum Pordoi sind die Ostseiten der Sella rechts von dir im Licht. Der Marmolada-Gletscher schaut nach Norden: Vom Pordoi siehst du ihn um die Mittagszeit gegen das Licht, am Vormittag oder späten Nachmittag hat er mehr Form. Am Sellajoch beleuchtet die Sonne den Langkofel am späten Vormittag von der Seite. Die Nordwände am Grödner Joch liegen fast den ganzen Tag im Schatten, am schönsten sind sie im weichen Abendlicht, wenn du die Runde später fährst.
Juni bis September ist Saison. Die Pässe sind hoch und gehören im Winter zum Skigebiet, nach Schneefall können sie kurzfristig sperren, prüf das vor der Fahrt. Juli und August sind sehr voll: Motorräder, Radfahrer, Busse und volle Parkplätze oben. In den letzten Sommern gab es auf einigen Dolomitenpässen versuchsweise Verkehrsbeschränkungen, schau vorher nach den aktuellen Regeln. Fahr früh los und wenn möglich unter der Woche. Der September ist ruhiger und oft klarer.
Mit welchem Fahrzeug
Eine der klassischen Motorradrunden der Alpen, allein bist du hier nicht. Viele Kehren, guter Asphalt, viele Radfahrer. Früh starten, dann gehört die Straße fast dir.
Offen herrlich, die Wände ragen direkt über dir auf. Über 2.000 m wird es kalt, nimm auch im Juli eine Jacke mit.
Für jedes Auto kein Problem, die Straßen sind breit genug. Bergab niedrigen Gang einlegen und Schnellere vorbeilassen.
Die Sellaronda ist eine berühmte Rennradrunde, vier Anstiege an einem Tag. An einzelnen Sommertagen sind die Pässe für Radveranstaltungen für Autos gesperrt, das sind die schönsten Tage zum Fahren.
Gut zu wissen
Auf den Passstraßen zahlst du keine Maut. Parken an den Pässen kostet oft Geld, und im Sommer sind die Parkplätze am späten Vormittag voll. Tank in Corvara, Arabba oder den größeren Talorten, oben gibt es keine Tankstelle. An Sommernachmittagen gibt es oft Gewitter. Die Kehren sind für lange Fahrzeuge eng: Mit großem Wohnmobil geht es, entspannt ist es im Sommerverkehr aber nicht.
Route am 2. November 2026 mit OpenStreetMap geprüft. Straßen, Sperren und Regeln ändern sich: prüf vor der Fahrt den aktuellen Stand und halte dich an die Beschilderung.
Fragen
Wie lange dauert die Sellaronda mit dem Auto?
Etwa 2 Stunden reine Fahrzeit für die Runde, im Sommerverkehr mehr. Mit Stopps an den Pässen solltest du einen halben Tag einplanen.
In welche Richtung fährt man die Sellaronda am besten?
Beide Richtungen sind schön. Gegen den Uhrzeigersinn ab Corvara (Campolongo, Pordoi, Sella, Grödner Joch) bist du am Vormittag am Pordoi mit Marmolada-Blick und fährst zum Schluss hinunter ins Gadertal. Im Uhrzeigersinn ist es genauso schön, starte einfach dort, wo du wohnst.
Welche Pässe gehören zur Sellaronda?
Vier: Passo Campolongo, Pordoijoch, Sellajoch und Grödner Joch. Die Straße verbindet Alta Badia, Arabba, das Fassatal und Gröden.
Ist die Sellaronda im Winter offen?
Die Pässe gehören zum Skigebiet und sind oft befahrbar, können nach starkem Schneefall aber sperren, und du brauchst Winterreifen oder Ketten. Für die Aussicht komm zwischen Juni und September.
Kostet die Sellaronda Maut?
Nein, die Passstraßen sind frei. Zahlen musst du eventuell fürs Parken oben, und prüf vorher, ob in dem Sommer Verkehrsbeschränkungen gelten.